Hörner von Nashörnern wurden durch Bejagung kleiner

US-Präsident Theodore Roosevelt posiert mit einem erlegten Nashorn im Jahr 1911 (link) und heutiges Nashorn.
© historisch/ Rookmaaker

Jahrzehntelang standen Nashörner weit oben auf der Abschussliste. Ihr imposantes Horn war sehr gefragt, zum einen als Jagdtrophäe und zum anderen als Zutat traditioneller asiatischer Medizin. Forschende haben jetzt herausgefunden, dass die intensive Bejagung nicht nur die Bestände dezimiert, sondern auch das Aussehen der Tiere verändert hat: Die Hörner aller fünf Nashornarten sind im Laufe der Zeit immer kleiner geworden.

Nashörner gehören zu den bedrohten Tierarten, auch wenn sich die Bestände einiger Arten langsam wieder erholen. Heute erscheinen Bilder, in denen westliche Jäger stolz vor einem erlegten Tier posieren, aus der Zeit gefallen. Doch die intensive Bejagung der Nashörner reichte bis in die 1950er Jahre hinein. Und auch heute kommt es noch zu Wilderei, weil die Hörner auf dem Schwarzmarkt weiterhin hohe Preise erzielen. Die Hörner haben sich aber im Laufe der Zeit verändert, wie Wissenschaftler nun herausgefunden haben.

Fotos als Blick in die Vergangenheit

Ein Team um Oscar Wilson, der zum Zeitpunkt der Forschung an der University of Cambridge tätig war, hat untersucht, wie sich die gnadenlose Nashorn-Jagd auf die Hornlänge der Tiere auswirkte. Hierzu analysierten er und seine Kollegen Fotos von 80 Nashörnern, die zwischen 1886 und 2018 aufgenommen worden waren. Sie zeigen Vertreter aller fünf Nashornarten – Breitmaulnashorn, Spitzmaulnashorn, Panzernashorn, Java-Nashorn und Sumatra-Nashorn – jeweils aus einem seitlichen Blickwinkel.

Die Wissenschaftler konnten auf Basis der Bilder nachträglich die Hornlänge der Tiere im Verhältnis zu ihrer Körpergröße bestimmen und so herausfinden, wie sie sich im Lauf der Zeit verändert hatte. Zusätzlich analysierten sie, wie die Tiere auf den Bildern dargestellt wurden, etwa als bedrohliche Monster oder als friedlich grasende Riesen. Dafür betrachteten sie nicht nur die 80 Fotografien, sondern zusätzlich auch Zeichnungen von Nashörnern, die bis zu 500 Jahre zurückreichen.

Kürzere Hörner bergen neue Gefahren

Das Ergebnis: Die Hörner aller betrachteten Arten sind im Laufe des letzten Jahrhunderts geschrumpft – nicht stark, aber trotzdem erheblich genug, um als aussagekräftig zu gelten. Die Autoren vermuten, dass sich hinter dem Schrumpfen der Hörner ein typischer Mechanismus der Evolution verbirgt, die gerichtete Selektion. Da vor allem Nashörner mit großen Hörnern profitabel waren und ihr Leben lassen mussten, „führte die bevorzugte Jagdauslese dazu, dass Individuen mit kleineren Merkmalen überlebten und sich stärker fortpflanzten und diese Merkmale an künftige Generationen weitergaben, was zu einer evolutionären Veränderung führte“, erklären die Wissenschaftler.

Eine solche gerichtete Selektion war bereits bei anderen Tieren wie Elefanten nachgewiesen worden, nun aber erstmals auch bei Nashörnern. Die kleineren Hörner könnten den Tieren allerdings auch Nachteile bringen, wie die Autoren vermuten: „In Anbetracht der vielfältigen Funktionen der Nashornhörner ist es wahrscheinlich, dass sich eine abnehmende Hornlänge nachteilig auf die Verteidigung oder die Fortpflanzung auswirken könnte. Eine abnehmende Horngröße kann auch den Druck auf die Nashornpopulationen durch Wilderei erhöhen, da mehr Nashörner getötet werden müssen, um die Nachfrage nach Horn zu befriedigen, die nach wie vor hoch ist.“

Doch Wilson und seine Kollegen haben auch positive Erkenntnisse gewonnen, zumindest was die Darstellung der Nashörner in Fotografien und Zeichnungen angeht. Vor 1950 überwogen demnach noch zwei Arten von Darstellungen: Einerseits Fotos mit Jägern, die stolz mit den erlegten Tieren posieren, und andererseits solche, die Nashörner als furchterregende Tiere darstellen, die Menschen jagen. Das Zweite kann laut Forschenden als Versuch gewertet werden, die Jagd auf Nashörner zu rechtfertigen. Nach 1950 seien aber zunehmend Fotografien und Zeichnungen in den Mittelpunkt gerückt, die Nashörner als schützenswerte, friedliche Geschöpfe darstellen. Dass dieser Umschwung ausgerechnet 1950 stattfand, hängt laut Autoren mit geopolitischen Veränderungen zusammen: Die afrikanischen Länder sind unabhängig geworden und gewährten dadurch europäischen Jäger keinen so einfachen Zugang mehr zu potenziellen Trophäen.

Quelle: University of Cambridge; Fachartikel: People and Nature, doi: 10.1002/pan3.10406

Das Nashorn ist so groß und massereich, dass es mit Leichtigkeit selbst Auto umstoßen und zum Teil in die Luft schleudern kann. Diese Tierfamilie erhielt ihren Namen aufgrund einer einzigartigen körperlichen Charakteristik, und zwar dem auffälligen Horn am Vorderkopf. Das Wort „Nashorn“ wurde vom griechischen Wort „Rhinoceros“ übersetzt. Dieser Name ist auch sehr passend zum Tier.
Das Nashorn ist sehr massereich und verfügt je nach Art entweder über ein Horn oder zwei Hörner auf Vorderkopf. Wie die meisten Säugetiere hat es vier Gliedmaßen. Die Haut ist haarlos und der Körper ist an manchen Stellen so hart wie Panzer, beispielsweise in der Schultergegend.
Wenn man diese Charakteristiken sowie das Äußerliche dieser Tiere genauer betrachtet, könnte man denken, dass sie mit dem Triceratops verwandt wären bzw. von ihnen abstammen. Jedoch ist das nicht der Fall. Ihre nächsten Verwandten sind nämlich Pferde sowie Tapire und nicht urzeitliche Dinosaurier.
Es existieren heute fünf verschiedene Arten von Nashörnern, welche man anhand ihres natürlichen Lebensraumes sowie ihrem Aussehen unterscheiden kann. Doch wie groß können diese Tiere werden? Das hängt davon ab, welches Nashorn man meint. Ihre maximale Größe unterscheidet sich nämlich je nach Art.
Das Sumatra-Nashorn ist zwar die kleinste Nashornart, dennoch ist sie aber riesig. Es erreicht eine Schulterhöhe von 1.2 bis 1.5 Metern und eine Körperlänge von 2.4 bis 3.2 Metern. Die größte lebende Nashornart ist jedoch das Breitmaulnashorn, auch Weißes Nashorn genannt. Diese Art kann eine Schulterhöhe von zwei Metern sowie eine Körperlänge von vier Metern erreichen.
Doch die Größe ist nicht die einzige beeindruckende Körpercharakteristik von Nashörnern. Ihr Gewicht ist ebenfalls sehr beeindruckend, denn Nashörner wiegen in der Regel 2.5 bis vier Tonnen. Solch eine Maße tagtäglich zu schleppen ist wirklich nicht leicht. Da könnte man schon Mitleid mit diesen Tieren kriegen. Kommen wir jedoch zu den einzelnen Nashornarten zurück. Diese sind das Breitmaulnashorn (auch Weißes Nashorn genannt), das Spitzmaulnashorn (auch als Schwarzes Nashorn bekannt), das Panzernashorn (auch Indisches Nashorn genannt), das Java-Nashorn sowie zu guter Letzt das Sumatra-Nashorn.
Alle fünf noch lebenden Nashornarten leben in freier Wildbahn entweder in Afrika oder in Asien. Das Breitmaulnashorn und das Spitzmaulnashorn werden zusammen auch als afrikanische Nashörner betitelt. Zu finden gibt es sie in der Wildnis in Ländern wie Äthiopien, Sudan, Zimbabwe, Botswana, Namibia, Kenia, Uganda oder Südafrika, wo die meisten Nashörner leben.
Die asiatischen Nashörner leben, wie der Name es bereits erwähnt, in Asien. Das Panzernashorn lebt in Indien, Pakistan, Bangladesch und Nepal. Das Sumatra- sowie das Java-Nashorn leben hingegen in Indonesien. Einst waren diese beide Arten jedoch in vielen Ländern Asiens weit verbreitet, wurden dort aber überall leider ausgerottet. Sprecher: Louis Coyote

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(mfe)

Source: Hörner von Nashörnern wurden durch Bejagung kleiner
Nashorn – Das Riesige Säugetier / Dokumentation – YouTube

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